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Dieter Rupperts Rad-WM
Das "größte Kutschrad der Welt" hat 2,75 Meter Durchmesser

Bensheim. Das Rad hat auch er nicht neu erfunden. Doch hat Dieter Ruppert eine alte zivilisatorische Errungenschaft auf eine neues, unerreichtes Niveau gebracht: Der Bensheimer hat ein hölzernes Kutschrad mit 2,75 Meter Durchmesser gebaut. 380 Kilogramm schwer, mit 14 Speichen und vollendeter handwerklicher Präzision.

Eine runde Sache für den gelernten Wagner, der das Ungetüm am Samstag aus der Werkstatt rollen ließ. Um nicht versehentlich unter die Räder zu kommen, hielten die Premierengäste einen respektablen Abstand ein. Mit einem Gabelstapler und millimetergenauer Hebe- und Schiebetechnik wurde der Gigant an die äußere Hallenwand geschraubt. Damit hat Bensheim eine neue Attraktion (Am Weidenring 7) und Dieter Ruppert die Gewissheit, als Konstrukteur und Erbauer des weltgrößten Kutschrads in die Geschichte einzugehen. weiter

Auf den Anspruch eines Odenwälder Konkurrenten, mit 2,50 Metern Höhe das größte Rad zu besitzen, hat Ruppert mit einer radikalen handwerklichen Meisterleistung reagiert. In der neuen Halle wurde der Riese in rund 120 Arbeitsstunden fertig gestellt. Das Rad ist aus Eschenholz gefertigt, das wegen seiner Elastizität und Härte ein ideales Rohmaterial ist, erklärt Ruppert.

Exakt wurden die Speichen in die massive gedrechselte Nabe eingesetzt und mit sieben Felgen stabilisiert. Die Krönung folgte zum Schluss: Ein heißes Stahlband wurde so auf die hölzerne Unterlage angepasst, dass beim Abkühlen eine perfekte Spannung entsteht.

Allein der Reifen wiegt rund 180 Kilogramm. Als einer von bundesweit gerade einmal noch drei gelernten Wagnern besitzt Ruppert das nötige Know how zur Herstellung und Restaurierung von Wagenrädern aller Art. Seit vier Jahren ist der Handwerker in Bensheim tätig, hat sich jüngst von der Lilienthalstraße an den Weidenring verlagert. Dort stehen betagte Kutschen zwischen unzähligen Rädern, Speichen und Felgen, mit deren Herstellung und Bearbeitung Ruppert ein traditionelles Handwerk am Leben erhält.

Wie schon seine Kollegen vor über 300 Jahren, hat sich Ruppert auf den den Bau und die Reparatur von Holzrädern aller Art spezialisiert. Als das Riesenrad endlich an der Wand hängt und sich auf der Nabe drehen lässt, strahlen auch die Helfer: Mit Max Ruppert, Hans Koepsell, Hermann Schneider, Ralf Dingeldey, Michael Schwerdt und Günther Schleißmann wird der Weltrekord gefeiert. Nicht mit einem Radler, sondern einem richtigen Bierchen. tr

Bergsträßer Anzeiger
5. Oktober 2006

 

 

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